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07.03.2015:

Bericht “Restaurierung Kombi” aktualisiert.

 

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Ausfahrt ins Elsaß 2007
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Aufgrund der spannenden Frühlingsausfahrt ins Elsass (Frankreich ) im April 2006 und des sehr angenehmen Aufenthalts im "Hotel du Bollenberg"( Gemeinde Westhalten/ Frankreich ) beschlossen wir, der Stammtisch Rottweil, eine weitere Ausfahrt am 02./03 . Juni 2007 dorthin zu machen.

Viele Fahrer der 15 Fahrzeuge von 2006 meldeten sich wieder an. Einige von unserem Nachbarstammtisch Stuttgart hatten sich nun auch für die Reise angemeldet.

Viele VdH-Mitglieder hatten den Reisebericht vom Frühjahr 2006 in der Ausgabe der "Benzheimer Flosskeln" Nr. 63 gelesen.

Ein Mercedes 350 SEL aus der Nähe von Altötting (Niederbayern) und ein sehr seltener Mercedes / 8 Kombi aus München hatten die längste Anfahrt. Diese weitangereisten VdH-Mitglieder kamen schon ein oder zwei Tage vorher in die Region , um gemeinsam mit uns zu starten.

Es kamen somit Reisende von Altötting (450 km), München ( 300 km), Mannheim (200 km), Stuttgart (100 km) und Bodensee (90 km).

So fuhren wir los mit 19 Mercedes - Fahrzeugen und einem Peugeot 504 Limousine von 1979 von Villingendorf ( bei Rottweil ) nach Frankreich.

Den ersten Halt machten wir vor Schramberg auf einem Parkplatz. Die Hochebene des Schwarzwaldes war ein toller Hintergrund für erste Fotoaufnahmen.

Wir fuhren dann durch Dunningen und der 5 Täler Stadt Schramberg an dem bekannten Uhrenwerk "Junghans" vorbei. Danach fuhren wir durchs Prechtal ins Rheintal.

In Breisach am Rhein angelangt fanden wir den einzigen, großen innerstädtischen Parkplatz des Touristenstädtchens
fast völlig leer vor, da gerade die Marktstände des Wochenmarkts abgebaut wurden. Der Parkplatz füllte sich ausschließlich mit unseren schönen Oldtimer-Fahrzeugen - ein faszinierender Anblick!

Wir nutzten noch schnell die Gelegenheit um noch einige leckere Süßkirschen vom ortsansässigen Obstbauern zu kaufen. In Breisach hatten alle 53 Teilnehmer und auch die Fahrzeuge Zeit sich auszuruhen ( und zum Teil auch abzukühlen !!! ).

In der Zwischenzeit kamen auch die Reiseteilnehmer aus den anderen Richtungen an. Sie kamen u.a. aus Lahr, Freiburg und Lörrach.

Die Temperaturen waren sehr angenehm. Die Gaststätten rund um den Parkplatz lockten fast alle an, um draußen zu sitzen und unsere "Mercedes-Sterne-Milchstraße" von 26 Fahrzeugen vom Café aus zu bewundern.

Gegen 15 Uhr trafen sich alle wieder vor unseren Fahrzeugen auf dem Breisacher Marktplatz und die ersten intensiven Benzingespräche begannen. Es gab erwartungsvolle Blicke auf die Elsass-Karte. Die 70 Kilometer Reststrecke zu unserem "Hôtel Bollenberg" zeigte sich auf der Landkarte als reich geschlängelte, kleine Weinstraße durch verträumte Ortschaften.

Als alle angemeldeten Fahrzeuge in Breisach angekommen waren, fuhren wir schließlich los in Richtung ehemalige Zollgrenzanlage Deutschland-Frankreich. Dort angelangt parkten wir in 2 Reihen . Viele Teilnehmer fotografierten die rekordverdächtige Anzahl der Oldtimer.

Wie bei der letzten Ausfahrt begegneten wir auf dem Weg zum Bollenberg tatsächlich wieder rein zufällig mehrere Oldtimer-Fahrzeuge: Peugeot-Oldtimer aus den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wir freuten uns sehr, es entstand ein fröhliches Hupkonzert zwischen den deutschen und französichen Fahrzeuglenkern.

In Soultzmatt verließen wir die Weinstraße und fuhren ein paar Kilometer auf der N 83 bis zur eigenen Ausfahrt der Domäne" Bollenberg".

Von der Route Nationale sind es nur wenige Kilometer zum Domänen-Hotel. Auf der Domäne selbst ist jedoch von der großen Straße nichts mehr zu sehen und zu hören.

Langsam schleppten sich 26 Oldtimer-Fahrzeuge die kleine, malerische Zufahrtsstraße hoch. Dabei zogen an unseren Augen herrliche sanfte Hügel und Weinanbauflächen vorbei. Dazwischen sahen wir naturbelassene Trockenwiesen mit Büschen, Sträuchern und Bäumen, welche zu einem Naturschutzgebiet auf dem Grundstück der Bollenberg-Domäne gehören.

 

Bei unserer Ankunft im Hotel überfluteten unsere Oldtimer regelrecht den Hotelparkplatz und die große Menge der anreisenden Mercedes-Fahrzeuge wurde erst so richtig sichtbar !

Das Bollenberg - Team Veronique und Laurent Holtzmeyer vollzogen souverän die Zimmerschlüsselverteilung und die Einweisung der 53 Erwachsenen, den 9 Kindern und des Hundes Ferro.

Die spürbare Ruhe und die perfekte Zweisprachigkeit des Bollenberg-Teams ermöglichte uns ein harmonisches Beziehen der Hotelzimmer. Wir waren als Organisatoren sehr dankbar über diese reiblungslose Ankunft im Hotel.

Zur "Bollenberg-Domäne" gehört neben dem Hotel und Restaurant auch ein Weinkeller. Zur Weinprobe begaben sich die meisten Teilnehmer um ca 18 Uhr. Die elsässischen Rebensäfte wurden von Monsieur Meyer in sehr gutem Deutsch exzellent vorgestellt und die mit viel Humor durchtränkte Weinprobe ließ fast allen Angereisten die lange Anfahrt schnell vergessen.

Die Kinder vergnügten sich während dessen auf dem Riesenspielplatz und auch Hund Ferro lernte seinen Kollegen, den freundlichen Hotelhund näher kennen. Die beiden Hunde verstanden sich auf Anhieb sehr gut,es gab für sie ja wahrscheinlich auch keine Sprachbarrieren....

Die verbleibende Zeit zum französischen Menü-Abendessen um 20 Uhr wurde genutzt, um Benzingespräche zu führen.

Auch während dem 4-Gänge-Menü gab es reichlich Gelegenheit zum geselligen Austausch. So eine typisch französiche Mahlzeit dauert bekanntlich einige Zeit. Wir saßen gemütlich beisammen und die meisten Leute genossen dieses "Savoir-Vivre" der Franzosen ... Reden ... ein Häppchen essen ... wieder reden ... Wein schlürfen ... lachen ... Zeit haben.

Nach und nach zogen sich dann die ersten Oldtimer-Fahrer zurück in ihre Hotelzimmer.

Für die letzten Benzingesprächsteilnehmer gab es um 1 Uhr von Hotelchef Laurent einen spendierten Gute Nacht - Schlaftrunk und so fanden auch diese noch die Nachtruhe.

Die Nächte auf dem Bollenberg sind sehr ruhig, da kein Straßenlärm / Fluglärm oder Ähnliches zu hören ist. Die Benze genossen die ruhige und sichere Lage des Hotel Bollenberg.

Sonntagmorgen...7.30 Uhr...die ersten Leute unserer Gruppe werden am Frühstücksbuffet gesichtet.

Vor den geplanten Ausflügen trafen sich alle noch um fotografiert zu werden. Steffen gelang mit seinem technischen Geschick und seinem Talent zu fotografieren ein vollständiges und gelungenes Gruppenbild aller Teilnehmer.

Um ca 11.00 Uhr waren alle fertig zum Start der Ausflüge. Die Teilnehmer konnten sich im Vorfeld für eine dieser drei Ausflugsmöglichkeiten anmelden:

1. Ausfahrt zum Skigebiet der Vogesen " Grand Ballon" ( Großer Belchen ) 1424 m Meereshöhe

2. Ausfahrt zum Oldtimermuseum " Collection Schlumpf" in Mulhouse ( südl. Vogesen )

3. Ausfahrt zum " Hartmannswiller Kopf " ( Kriegsgräber-Denkmal )

Ausflug zum "Grand Ballon" (Großer Belchen) 1424m

Die höchste Erhebung der Vogesen der "Grand Ballon" ist ca. 50 Kilometer entfernt vom Hotel Bollenberg. Das Hotel liegt auf ca. 360 Meter und dies bedeutete für uns eine regelrechte Überwindung von 1000 Meter ! Wir planten genügend Stopps ein, damit unsere fünfzehn Mercedes - "Sternchen" nicht heiß werden konnten.

Vom Bollenberg aus fuhren wir zunächst einige Zeit noch auf der malerischen elsässischen Weinstraße. Wir durchquerten grüne Täler mit üppiger Vegetation und den typisch elsässischen liebevoll restaurierten Häusern in den kleinen Ortschaften entlang des “Florival” ( Blumental ) Stetig ging es bergauf...

Ziel war die "Route des Cretes" ( Vogesenkammstraße ). Die "Route des Cretes" erschließt den Weg zu Bergkuppen, Hochweiden, ruhigen Seen und steilen Pässen, die für die Vogesenkette charakteristisch sind, in einer Abfolge grandioser Landschaften. Der Reisende kann sich in einer "Ferme Auberge" stärken und sich einen warmen Flammkuchen, ein Vesper mit "Münsterkäse" oder ein leckeres Stück Heidelbeerkuchen munden lassen.

Nach 50 Kilometer Bergtour kamen wir auf dem "Grand Ballon" an.

Im Sommer gibt es hier eine Sommer-Rodelbahn und Übernachtungshütten für Wanderer. Für diese Personengruppe führen zahllose Wanderwege durch das Unterholz in tiefere Lagen zu klaren Quellen und Wasserfällen. Im Winter bietet der "Grand Ballon" Abfahrtskilifte, Langlaufloipen und Rodelspaß.

Auf dem Gipfel des "Grand Ballon" ist eine 1993 in Betrieb genommene Radarstation für die zivile Luftfahrt. Dieses Gebäude wirkt etwas außerirdisch - sieht aus wie ein Ufo - hat eine Aussichtsplattform auf der es bei klarem Wetter eine sehr gute Fernsicht auf den Schwarzwald, den gesamten Südvogesen und bei Glück auch auf die Alpenhöhen bei Bern gibt.

An unserem Ausflugstag herrschte nicht so eine klare Fernsicht. Wir waren aber auch nicht total in Nebel eingehüllt was hier oben sicherlich oft vorkommt. Es war auch nicht sehr windig oder besonders kalt. Wir genossen den Ausflugstag mit ausgedehnten Spaziergängen dort oben und selbstverständlich um zu schlemmen!!!

Das Restaurant am Parkplatz bescherte uns eine nur auf französisch geschriebene Karte und das Restaurantpersonal verstand absolut kein Wort Deutsch - eine äußert ungewöhnliche Situation in dem sonst meist zweisprachigem Elsass. Unsere Französischkenntnisse reichten aus, um die wirklich sehr vorzüglichen Speisen zu bestellen. Zudem feiern die Franzosen Muttertag immer später als in Deutschland, an diesem Sonntag 03.06.07 war also Muttertag in Frankreich! Die Restaurants sind an einem solchen Tag sehr gut besucht ... wir hatten Glück, da wir nach der üblichen Mittagsmenu-Zeit eintrudelten.

Auf dem "Grand Ballon" gibt es noch eine Art "Snackhouse". Einige unserer Mitfahrer gingen dorthin zum Essen. Ein Marktstand mit regionalen Spezialitäten lockte uns an: Wurstwaren, Honig, Konfitüren, Gelee Royale...

Ausflug zum Oldtimer-Museum "Collection Schlumpf" in Mulhouse

Einige Teilnehmer hatten sich für die Fahrt ins 25 km entfernten Museum angemeldet.

Ein Freund vom Stuttgarter Stammtisch übernahm freundlicherweise die Planung und Durchführung des Ausflugs.

Das "Collection Schlumpf" Museum in Mulhouse entstand durch die Sammelleidenschaft des Spinnereifabrikanten Fritz Schlumpf. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgte ein Zusammenbruch der textilen Industrie in Europa und die Schlumpf-Spinnerei meldete 1976 Konkurs an.

Es entstanden durch den Konkurs soziale Unruhen in der Belegschaft und die Familie Schlumpf ging ins Exil in die Schweiz. Gewerkschafter entdeckten die heimliche Sammlung von Bugatti, Rolls Royce und Ferrarifahrzeugen mit ebenso wertvollen Zubehörteilen der Familie Schlumpf.

Die Gewerkschafter besetzen die Wertbestände 2 Jahre lang. 1978 wurde die Sammlung als "historisches Kulturgut“ (= monument historique) vom französischen Staat anerkannt, um nicht als Konkursmasse geopfert zu werden. 1981 erfolgte der Verkauf der Sammlung an die "L'Association Musée National d'Automobile". Diese Vereinigung betreibt dieses Museum nun seit der Eröffnung im Jahr 1982. Im Jahr 2000 wurde das Museum komplett modernisiert.

Das Museum bietet mit einer Eintrittskarte die Entdeckung der Geschichte des Automobils mit der wunderbaren Sammlung Schlumpf. 400 außergewöhnlich schöne Modelle werden auf 20 000 qm Fläche gezeigt. Darunter auch der berühmte Bugatti "Royale-Coupé-Napoléon".

Dann gibt es noch die Nachbildung einer Formel 1 - Rennstrecke. Es steht den Besuchern ein Fahrsimulator zur Verfügung. Der Besucher wird zudem mit Film- und Höranimationen unterhalten.

Für die kleinen Besucher ist ein "Kinderparadies" da mit Werkstätten für kleine Automechaniker und Maltischen. Es gibt eine "Rätseljagd" durchs Museum für die Kinder von 7- 12 Jahren.

Zur Erinnerung an den Museumsbesuch können sich die Gäste in einem der schönen Oldtimer fotografieren lassen. Es gibt selbstverständlich einen Audio-Guide in mehreren Sprachen mit allen Informationen zu den Ausstellungsobjekten.

Ausflug zum "Hartmannswillerkopf"

Ein paar Teilnehmer vom Stuttgarter Stammtisch planten die nationale französische Gedenkstätte des 1. Weltkrieg zu besuchen. Der steil auftragende Vogesenvorberg , der "Hartmannswillerkopf ("Veil Armand") mit seiner strategisch bedeutenden Lage am Eingang des "Thurtals" wurde im 1.Weltkrieg von 1914 -1918 hart umkämpft. Der Berg war ein Ort von verbitterten Grabenkämpfen, welchen deutsche und französische Soldaten zu tausenden zum Opfer fielen.

Auf seinem Gipfel überragt das 22 Meter hohe, nachts beleuchtete Kreuz der nationalen Gedenkstätte. Es gibt den Soldatenfriedhof und die für 30 000 gefallene Soldaten errichteten Mahnmale, sowie einige Überreste militärischer Anlagen. Es war etwas beklemmend, einen Sonntagspaziergang zu machen zwischen der unglaublichen Anzahl kleiner weißer Holzkreuze...

Der Blick von dieser Höhe, die jetzt im Zeichen des Friedens steht, reicht über die Rheinebene, die Vogesenkette und hinüber zum Schwarzwald, und bei sehr klarer Sicht bis zu den Alpen.

Auch dort gab es wie immer in Frankreich in Fußnähe ein exzellentes Restaurant und Souvenirs...

Nach den Ausflügen traten alle den Heimweg an.

Es hat allen viel Spaß gemacht, viele würden gerne wieder zum Bollenberg reisen.

Die Planungen fürs Frühjahr 2008 sind schon angelaufen...

Uwe Nitsche